Idlib / Nordwestsyrien | Rückzugsort

In unserem Schul- und Nachhilfezentrum für Waisen in Nordwestsyrien wird nicht nur gelernt und Sport betrieben, sondern auch gezeichnet, gebastelt und gemalt – nennen wir es „Rückzugsort“. Denn es kann außen herum die Welt zusammen brechen. In diesem unerschütterlichem Rückzugsort aber ganz sicher nicht!

Hier kann geträumt werden und der Fantasie freien Lauf gelassen werden. Hier werden Fähigkeiten geschätzt und gefördert. Hier dürfen Kinder Kinder sein und haben alle Zeit der Welt um Träume auf Papier zu bringen!

DANKE! Und alles Gute für 2021!!

Das alte Jahr 2020 ist Vergangenheit, das neue Jahr 2021 ist „längst“ Gegenwart. Und natürlich ist unser SyrienHilfe-Ofen anders als der hier abgebildete Ofen nicht ausgegangen, auch wenn wir nach einem anstrengenden Jahr in den letzten Tagen etwas Ruhe gebraucht haben.

Dieser Ofen in einem der Lager Nordwestsyriens ist zwar kaputt, erlebt aber als Feuerstelle außerhalb des Zeltes eine Wiederverwertung. So wie die Schulbedarfe, medizinischen Artikel, Kleider, Fahrräder, Gehhilfen, Rollstühle, Decken, Kinderwagen, Spielzeuge, Kuscheltiere und sonstigen Sachspenden, die wir im vergangenen Jahr in diese Lager bringen durften eine Wiederverwertung erfahren haben. Bald steht wieder eine Sachspendenaktion an, wir kündigen sie hiermit schon an und werden bald mehr dazu berichten.

Überhaupt haben wir auch in diesem Jahr viel vor, denn wir werden nicht nachlassen in unseren Bemühungen, den Betroffenen in Syrien, im Libanon und in der Türkei mit all unseren Kräften humanitäre Hilfe, Nothilfe, Bildung, Entwicklungshilfe, medizinische Hilfe, Hilfe zur Selbsthilfe uvm. zukommen zu lassen.

Heute aber sagen wir von Herzen Danke für den großartigen Rückhalt seit 2012, die so wunderbare Unterstützung im vergangenen Jahr 2020 und hoffen auf ebensolche Hilfe in 2021!

Und wünschen alles erdenklich Gute im Neuen Jahr!!

Idlib / Nordwestsyrien | Neue Schule, neue Klasse, neues Jahr!

Zum Ende des alten Jahres und kurz vor Beginn des neuen Jahres noch ein Bild einiger Kinder: sie sind am frühen Morgen auf dem gemeinsamen Weg in ihre neue Klasse und damit auf einem Weg in ein neues Jahr voller Chancen.

Denn alle der schon über 400 Schülerinnen und Schüler unserer vor nicht einmal drei Wochen eröffneten Schule in der Grenzregion zur Türkei sind Waisen, haben entweder schon sehr lange keine Schule mehr besucht und erheblichen Nachholbedarf oder haben noch nie in ihrem Leben eine Schule von innen gesehen. Daher können sie oft weder lesen noch schreiben noch rechnen – und brauchen hier sowie in vielen anderen Bereichen intensive Betreuung.

Wir sind sehr glücklich, dass wir dem kommenden Jahr neben allen anderen Projekten mit solch einem schönen und wichtigen Projekt entgegen treten können und sind schon sehr gespannt, vor welche Aufgaben diese Kinder uns noch stellen werden und welche Erlebnisse wir einmal mit ihnen teilen können. Und freuen uns unglaublich auf das kommende Jahr – denn schon in Kürze werden alle Klassen, Lern- und Spielgruppen vollzählig sein und wir dann etwa 600 Kinder aufgenommen haben.

Und dürfen somit all diesen 600 Waisen die Chance auf eine andere Zukunft ermöglichen!

Damaskus | Verteilung von Carepaketen für Januar 2021

In Damaskus sind die Preise fast aller Lebensmittel erneut deutlich gestiegen – das macht es den ohnehin fast Mittellosen noch schwerer ausreichend Essen für sich und ihre Familien zu finden. Wir haben dabei Glück im Unglück, denn durch die Abnahme großer Mengen können wir oft zu günstigeren Preisen einkaufen oder Angebote für Großabnehmer nutzen. Und so beispielsweise beim Tee 20 Prozent gegenüber dem Einkauf einer einzelnen Packung sparen! Das macht es uns möglich, auch dieses für die Syrer so wichtige Lebensmittel auch diesen Monat wieder zu verteilen – wissend, dass die Empfänger der Pakete sich diesen Tee nie leisten könnten!

Während die Menschen in Damaskus oft stundenlang, manchmal den ganzen Tag vor der Bäckerei stehen um ihre Ration Brot zu erhalten und dabei wertvolle Zeit für andere Dinge des Alltags verlieren – Schüler bspw. verpassen so ihren Unterricht, Tagelöhner können keiner Arbeit nachgehen – und sich evtl. in der Schlange mit Corona infizieren sind wir wieder unterwegs und verteilen Pakete mit diesen Grundnahrungsmitteln:

3 kg Reis, 3 kg Nudeln, 3 kg Zucker, 1 kg Burgul, 2 kg Butterreinfett, 1 l Speiseöl, 1l Olivenöl, 1 kg Linsen, 1 kg Mehl, 1 kg Suppenlinsen, 850 g Mortadella/Dosenwurst, 500 g Zaatar, 500 g Tomatenmark, 600 g Marmelade, 500 g Tee, 600 g Halawa, 250 g Schmelzkäse 

Nach der überbordenden Freude der Familien über das Olivenöl vom letzten Monat haben wir wieder einen Liter davon hinzugefügt – und werden in den nächsten Tagen mindestens 295 Familien mit diesen Paketen versorgen.

Eines dieser Pakete kostet umgerechnet etwa 21,- EUR und damit fast einen halben durchschnittlichen Monatslohn – und wird einer 5-köpfigen Familie etwa 2 Wochen helfen dem täglichen Hunger zu begegnen. Wenn sie noch etwas Gemüse finden vielleicht auch etwas länger. Fleisch ist längst vom Speiseplan fast aller Syrerinnen und Syrer gestrichen!

Olivenöl aber, Zaatar für das Brot oder gar Tee sind auch emotional enorm wichtige Lebensmittel – und geben Freude in höchst unerfreulichen Zeiten. 

Idlib / Nordwestsyrien | Glücklich

Wir verteilen immer noch warme Mahlzeiten in den Lagern entlang der türkisch-syrischen Grenze. Täglich werden diese Mahlzeiten in unseren 10 Garküchen frisch gekocht, täglich holen wir aus einer reaktivierten Bäckerei unglaubliche Mengen frisches Brot ab.

Wenn wir dann in die Lager fahren ist das Brot oft noch warm, die Kinder tragen das Essen in die Zelte zu ihren Familien und stecken sich auf dem Weg vielleicht schon einen Happen in den Mund.

Und sind glücklich.

So wie wir es sind, dass wir das tun dürfen.

❤️lichen Dank!!

Zentrum für Spezialbedürfnisse in Istanbul (seit Winter 2016/2017)

In den abgeschlossenen Projekten haben wir von einem Zentrum für Spezialbedürfnisse, also Menschen mit geistigen und / oder körperlichen Behinderungen (also Menschen mit speziellen Fähigkeiten und mit speziellen Bedürfnissen!) berichtet, hier tun wir das wieder? Ja, denn es ist uns im Herbst 2016 nach Bombardements und kompletter Zerstörung zwar mit Schmerzen aber auch mit Hoffnung gelungen, dieses uns sehr am Herzen liegende Projekt nach Istanbul umzusiedeln!

Hier konnten wir ein mehrstöckiges Gebäude anmieten und es nach unseren Anforderungen umgestalten und einrichten. Und hatten einen wesentlichen Vorteil: Erfahrung! Denn das Kernteam aus Damaskus blieb zusammen, jeder wusste, wo anzufassen und wie Dinge gemeinsam gelingen konnten. Nur so konnte innerhalb kürzester Zeit ein Aufnahmesystem für Menschen mit Spezialbedürfnissen entwickelt werden, die Betreuung organisiert und auch neue Mitarbeiter (hier vor allem im Bereich Physiotherapie und Autismus-Betreuung) in das Projekt eingebunden werden. Durch gezielte Fortbildungen konnten immer mehr Kräfte für die in den Räumlichkeiten durchgeführten Einzel- und Gruppenstunden gefunden werden. Auch die Entwicklung von Geräten und Hilfsmitteln wurde fortgeführt, wenn auch in anderer Form: so wurde ein Sinnes- und Erlebnisraum eingerichtet, komplett mit selbst gebauten Geräten und Stationen. Mit Hilfe von 3D-Druckern wird eigenes therapeutisches „Lernspielzeug“ entworfen und hergestellt. Erst vor kurzem gelang es sogar erstmalig, einen funktionsfähigen Arm inklusive Greifhand für ein armamputiertes Kind herzustellen – das Kind ist darüber genauso begeistert wie wir es sind!

Auch Corona hat es nicht geschafft, unseren Willen zu brechen – ganz im Gegenteil: mit den einfachsten Mitteln haben die Betreuerinnen und Betreuer Übungen und Aufgaben an die Kinder zu Hause geschickt, es wurden WhatsApp-Gruppen gebildet und auch mit den Eltern intensiv zusammengearbeitet. Und auch wenn wir hoffnungsvoll waren so sind die Ergebnisse doch überraschend: die meisten Kinder haben bei intensiver Unterstützung der Eltern trotz dieser anderen Form der Betreuung keine Rückschritte gemacht, sondern im Gegenteil sogar große Fortschritte! Und durch ständiges verbessern unserer Online-Methoden, auch die Teilnahme an speziellen Fort- und Weiterbildungen sowie den Austausch mit Spezialisten wurden auch Fälle an uns herangetragen, die nicht in Istanbul sind. Und so betreut unser Team mittlerweile sogar einige Menschen mit Spezialbedürfnissen in Asien, Europa und im arabischen Raum. Wer hätte das gedacht im Oktober 2016…

Aufgeben ist keine Option. Wir machen weiter. Immer weiter! DANKE, dass wir das tun dürfen!

Zentrum für Spezialbedürfnisse in Damaskus (bis Herbst 2016)

Beim Versuch dieses Projektes zu beschreiben öffnet sich sich uns ein Raum voller Erinnerungen, die beim Öffnen dieses Raumes alle auf einen hereinprasseln, da sie bis zur Decke reichen!

Einem unserer Projektleiter in Damaskus war es ein wichtiges Anliegen, sich um die Schwächsten der Gesellschaft zu kümmern: Menschen mit körperlichen und / oder geistigen Behinderungen, also Menschen mit Spezialbedürfnissen. Er hatte sich vorgenommen, sie vom Rand in die Mitte der Gesellschaft zu bringen, an ihrem Selbstbewusstsein zu arbeiten und Vorurteile zu überwinden. Gemeinsam mit einem seiner besten Freunde, der selbst körperbehindert war und vor Mut und Ideenreichtum nur so sprühte und mit der Unterstützung vieler Gleichgesinnter gelang es ihnen, im Herbst 2014 ein Zentrum für Spezialbedürfnisse aufzubauen!

Und was für ein Zentrum das war: angefangen von der Betreuung behinderter Menschen jeder Altersgruppe in ganz unterschiedlichen, stets an ihre Bedürfnisse angepassten Betreuungs- und Therapieformen hin zu Beschulung über Spiel- und Bastelgruppen, Sportangebote, Versorgung Bettlägeriger mit Windeln, Herausholen Einsamer aus ihren Behausungen (aus denen sie sich aufgrund ihrer Körperbehinderung nicht eigenständig bewegen konnten), Einrichten eines inklusiven Lebensmittelgeschäftes, Krankengymnastik und Physiotherapie, Einrichten und Betrieb einer orthopädischen Schuhwerkstatt bis hin zum Aufbau und Betrieb einer Werkstatt für Gehhilfen, Prothesen und Rollstühle – allesamt Eigenentwicklungen und allesamt komplett selbst hergestellt.

Dieses Zentrum hatte enormen Einfluss auf das Wohlergehen vieler Menschen mit ganz speziellen Bedürfnissen. Und es gelang tatsächlich, sie in die Mitte ihrer Gesellschaft zu bringen. Die Akzeptanz und Unterstützung für dieses Projekt waren zu jeder Zeit überwältigend.

Und auch wenn es im Oktober 2016 im Bombenhagel unterging, so lebt es auch heute noch weiter. In unseren Erinnerungen. Und in veränderter Form an anderer Stelle. In Istanbul!

Zentrum für syrische Flüchtlingsfrauen in Beirut / Libanon (seit 2014)

Verließ zu Anfang kaum jemand Syrien war spätestens 2014 der Damm gebrochen: Im Oktober 2014 waren bereits 3.2 Millionen Syrerinnen und Syrer auf der Flucht vor Tod und Zerstörung in Ausland gegangen – viele von ihnen Frauen mit Kindern. Oft Witwen. Im kleinen Land Libanon, dem aus vielen Gründen nächsten Nachbarn Syriens, waren damals 1.13 Millionen Syrerinnen und Syrer (heute sind es noch fast 0.9 Millionen) untergekommen – jeder 4te oder 5te (genaue Einwohnerzahlen gibt es nicht) im Libanon lebende Mensch war also forthin Syrer. Mit allen daraus resultierenden Folgen.

2014 war auch das Jahr, in dem wir (bereits im Januar 2014) unser erstes Projekt außerhalb Syriens entwickelten: ein Zentrum für syrische Flüchtlingsfrauen in Beirut! Wir wollten den unzähligen in Beirut gestrandeten Frauen die Hand reichen, ihnen Halt geben und ihnen helfen, ihre Zukunft zu bauen. Viele von ihnen waren verwitwet, alleinerziehend und viele von ihnen hatten schreckliche Dinge erlebt. Alle standen unter Schock, keine wusste wohin zu gehen, was anzufangen mit ihrem Leben.

Angetrieben von einer hoch engagierten Leitung bauten sie ein Zentrum auf, mit einer kleinen Küche und mehreren Kursräumen. Denn vor allem darum ging es von Anfang an: geflüchteten Frauen Fortbildungs- und Entwicklungskurse anzubieten, sie aufzufangen und aufzubauen, sie zu begleiten und ihnen Selbstbewusstsein zu vermitteln. Ihnen dabei helfen, ihre Fähigkeiten zu stärken und selbstbestimmt durchs Leben zu gehen. Sie aus der Einsamkeit zu holen, sie in die Gemeinschaft des Zentrums zu holen und sie zu unterstützen, einen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Die Küche war Versorgung und Lehrküche, auch Catering und damit Möglichkeit, Festanstellung zu geben und etwas Geld für die Finanzierung des Zentrums dazu zu verdienen. Im Spätjahr 2014 kam eine Schneiderei dazu, auch das für Lehre und Produktion gemeinsam. Die dritte Säule waren die Kurse mit vielfältigem Angebot, auch Arabischkurse (nicht wenige der Frauen hatten nie schreiben und lesen gelernt), Sprachkurse (englisch), Computerkurse und viele viele Entwicklungskurse.

In den 6 Jahren seit Bestehen des Projektes haben jedes Jahr mehrere Hundert Frauen das Zentrum durchlaufen und wurden gestärkt in die libanesische Gesellschaft entlassen. Viele von ihnen haben es durch die Fortbildungen geschafft, sich im Arbeitsmarkt zu integrieren, manche konnten sogar eigene „Start-Ups“ gründen und Arbeitsplätze schaffen. Dieses Zentrum hat großen Anteil daran, dass all diese Frauen auf eigenen Beinen stehen und ihre Zukunft in die Hand nehmen können.

Seit 2014. Heute. Und auch in Zukunft.

Fertigung von Winterdecken und Winterjacken

Die Winter in Syrien sind zwar kürzer als hierzulande aber nicht minder kalt. Erst recht für die, die mit leeren Händen aus ihrem Heim geflohen sind und nun innerhalb Syriens heimatlos geworden sind.

Schon im Winter 2012 / 2013 haben wir daher Winterdecken verteilt – und schon damals haben wir lieber produziert als zu kaufen: so konnten wir auch billige Stoffreste verwerten und gaben zudem Näher:innen und Schneider:innen die Möglichkeit, etwas zu verdienen – der perfekte Kreislauf! Alles, wirklich alles was wir bekamen wurde zu Decken umgearbeitet, jeden Winter. Und nie war es leicht, das richtige Material zu finden geschweige denn es ohne Aufsehen zu erregen zu transportieren.

Ganz sicher Aufsehen erregte dann aber der LKW, der im Herbst 2015 durch die Straßen zog, vollbeladen mit wärmendem Futter für Winterdecken! Wir bauten damals eine eigene Näh- und Schneiderwerkstatt auf und fertigten weit über 2.000 Decken! Gleichzeitig dazu führten wir eine umfangreiche Bedarfsanalyse bei allen Familien und Flüchtlingsunterkünften im Stadtviertel durch, erst danach fingen wir an mit der Verteilung. Und zwar zu Fuß, mit dem Auto, mit jedem mobilen Vehikel das sich uns bot – alles wurde voll beladen bis zum Rand und zu denen gebracht, die froren vor Kälte!

Die Freude aller Beteiligten über dieses Projekt ist bis heute unvergessen! Im darauffolgenden Winter fertigten wir Übrigens aus den verbliebenen Füllmaterial circa 1.500 Winterjacken und verteilten sie an Kinder jeden Alters. Für uns unvergessen. Und sicher auch für viele dieser Kinder.

Regelmäßige Verteilung von Kleidung und Schuhen in Damaskus

Seit Beginn unserer Tätigkeit im Jahr 2012 zählte auch die Verteilung von Kleidung und Schuhen zu den priorisierten Aufgaben, die wir bis 2017 wiederkehrend wahrnehmen durften. Denn die Familien flüchteten nur mit dem, was sie am leib trugen. Oder, wie damals eine der Frauen trotz ihrer Notsituation scherzend sagte: „Man denkt beim Flüchten nicht daran, etwas mitzunehmen. Man flüchtet.“

Am Anfang geschah das noch eher unstrukturiert und folgte dem Zufall. Unsere Helferinnen und Helfer hatten fast immer gesammelte Kleidungsstücke im Auto – man wusste ja nie, wem man begegnete der Hilfe benötigte! Schon bald brachten wir das in Formen und fingen an, Kleidung bei Freunden zu sammeln und sie nach Größen zu sortieren, bald danach begannen wir bei Second-Hand-Läden oder in Großmärkten einzukaufen und ein Lager anzulegen.

Schon 2013 planten wir saisonale Verteilungsaktionen, einmal im Winter, einmal im Sommer. Und zum Zuckerfest. Immer wurde es emotional, vor allem die Kinder konnten ihre ursprüngliche Freude über neue Kleidungsstücke oft nicht verbergen. Aber das sollten sie auch nicht: wir organisierten es vielmehr häufig so, dass es auch für sie ein Erlebnis war, ein eigenes Aussuchen und Anprobieren der Kleidungsstücke war uns wichtig. Tausende von Kleidungsstücken, angefangen bei Stramplern, Unterwäsche und Strümpfen über T-Shirts, Hosen, Pullover, Kleider und Hemden bis hin zu Jacken, Mützen und Schals fanden im Laufe der Jahre neue und stolze Besitzer. 2016 haben wir sogar selber en gros Decken und Winterjacken produziert, das aber ist eine andere Geschichte.

Auch eine ganz eigene Geschichte war die Ausgabe von schlussendlich 226 Gutscheinen für Wintermäntel an Frauen: dafür hatten wir mit dem Inhaber eines angesehenen Geschäftes eine Sondervereinbarung getroffen und luden die Frauen einzeln ein, sich selbst einen Wintermantel auszuwählen. Inklusive Anprobe. Eine von ihnen vermutete gar die „Versteckte Kamera“. Und bat uns, damit aufzuhören und sie bitte nicht hinters Licht zu führen. Sie glaubte schlichtweg nicht, dass der Mantel wirklich ihr gehören sollte!

Heute können wir dieses Projekt vor allem aus finanziellen Gründen nicht mehr fortführen.