Idlib / NW-Syrien | Neue Schule eröffnet – bald 600 Waisen erhalten Zugang zu Bildung

Laut offiziellen Statistiken lebten im Oktober 2.692.529 Binnenflüchtlinge in der Region Nordwestsyrien, die auch oft abgekürzt vereinfacht „Idlib“ genannt wird. Etwa 1.500.000 von ihnen leben in Lagern. Unschwer zu sagen, dass es ihnen an nahezu allem fehlt – und neben besserer Unterbringung, Gesundheitsversorgung, Nahrung, Bargeld, Winterkleidung und Decken, Öfen etc., ganz zu schweigen von „Sicherheit“, fehlt es ihnen aber auch ganz erheblich am Zugang zu Schulbildung!

855.000 der 2.692.529 Menschen sind Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 17 Jahren, die allesamt als „Kinder in Not“ gelistet werden für den Bereich „Bildung“. Von diesen 855.000 aber haben nur etwa 367.000 die Möglichkeit, Schulbildung zu erfahren. Knappe 43 Prozent. Die anderen 57 Prozent, also 488.000 Kinder und Jugendliche bleiben außen vor und bleiben damit zurück.

Die Folgen von fehlender Bildung kann sich jeder leicht ausmalen, erst recht in einer Region wie dieser. Und selbst wenn man dabei die schlimmsten Bilder im Kopf hat, so ist die Realität oft schlimmer.

Daher freuen wir uns sehr, heute etwas Positives berichten zu dürfen: Wir sind mittendrin in der Eröffnung einer NEUEN Schule für bis zu 600 Schülerinnen und Schüler! Und diese Schule richtet sich ausschließlich an die Schwächsten der Gemeinschaft, an Waisenkinder, die keinerlei Betreuung erhalten und sich oft alleine durch dieses sowieso schon erschwerte Leben schlagen müssen. Auch Nachhilfekurse und ein spezielles Angebot für Analphabeten wird es geben, also für die, die noch nie eine Schule von innen gesehen haben.

Die Entscheidung für dieses Projekt fiel sehr kurzfristig, schnell hatten wir auch ein passendes Gebäude gefunden und es in den letzten Wochen umgebaut, renoviert und hergerichtet für den Schulbetrieb. Und können es nun kaum erwarten, dass es endlich richtig losgeht! Sieben Klassenzimmer, ein großer Saal für Sport und Veranstaltungen sowie zwei Pausenhöfe mit „Freiluftklassenzimmern“ warten darauf, mit Leben gefüllt zu werden! Und wir haben schon weit über 400 Anmeldungen!!

Jubiläum | 8 Jahre SyrienHilfe e.V.

Heute sind es auf den Tag genau 8 Jahre, dass wir als Verein existieren und somit ganz offiziell humanitäre Hilfe für Syrien leisten können!

In unserer Kontonummer ist dieses Datum fest fixiert: IBAN DE80 6656 2300 0012 1220 12 – am 12.12.2012 erfolgte die Eintragung beim zuständigen Amtsgericht. Diese Seite beschreibt sicherlich hinreichend das, was wir tun. Wer wir sind. Was uns ausmacht. Warum wir tun was wir tun. Daher bleibt uns heute nur eines zu sagen, das aber laut und in aller Deutlichkeit:

VIELEN HERZLICHEN DANK FÜR EURE / IHRE UNTERSTÜTZUNG!

Denn ohne die wäre alles nichts!!

Hepatitis-Bekämpfung in Damaskus (2015)

Im März 2015 breitete sich in Damaskus schlagartig Hepatitis aus – schon damals hatte weniger als die Hälfte der Syrerinnen und Syrer Zugang zu (einigermaßen) sauberem Wasser und den üblichen sanitären Einrichtungen. Auch deswegen konnte sich Hepatitis rasant ausbreiten.

Die Sorge war groß, dass die Krankheit sich vor allem über Schulen, Märkte, Moscheen und andere Begegnungsstätten noch weiter ausbreitete und unbeherrschbar wurde. Um das zu verhindern haben wir einen einfachen Desinfektionsmittel-Spender entworfen und circa 30 Stück davon an öffentlichen Gebäuden und in den Schulen aufgestellt. Die Schulklassen eingewiesen und alle Spender täglich kontrolliert, bei Bedarf repariert und neu befüllt.

Auch an der Aufklärung gearbeitet und bspw. über 1000 Plakate und Handzettel mit Informationen über die Krankheit verteilt und wie man sich vor ihr schützen kann. Haben geholfen, unter anderem öffentliche Toiletten und Wohnheime für Binnenflüchtlinge uvm. zu desinfizieren. Insgesamt haben etwa 7.000 Menschen dauerhaft von dieser Aktion profitieren können. Und die Ausbreitung der Krankheit konnte so signifikant und stark abgebremst werden!

Im Jahr 2020 haben wir übrigens von dieser Erfahrung profitiert: mit den Bauplänen aus dem März 2015 haben wir im Kampf gegen Corona sehr schnell in unseren Projekten in Beirut, Istanbul und in den Lagern Nordwestsyriens genau die gleichen Desinfektionsmittel-Spender gebaut und aufgestellt…

Winterhilfe – Wärme gegen Kälte | Heizstrahler

Immer wieder haben wir in den vergangenen Jahren während der kalten Jahreszeit spezielle „Winterisierungs-Projekte“ durchgeführt. Denn, und das scheint für viele immer wieder überraschend zu sein, auch in Syrien gibt es Winter und auch in Syrien sind diese Winter nasskalt. Auch wenn die kalte Jahreszeit kürzer ausfällt so kann sie durchaus unangenehm werden. Erst recht, da die Häuser nicht dafür gebaut sind, erst recht nicht die sehr einfachen Unterbringungen der Binnenflüchtlinge, ganz zu schweigen von den Lagern im Nordwesten des Landes.

Gegen Kälte helfen sich die Syrerinnen und Syrer traditionell mit warmer Kleidung und Decken, die man zu Hause um den Körper wickelt. Geheizt wird mit kleinen Holz, Öl- oder Gasöfen, Zentralheizung ist quasi unbekannt. Im Winter 2016/2017 herrschte wieder einmal Mangel an Öl und Gas, also haben wir uns kurzfristig entschieden, etwa 60 Heizstrahler zu beschaffen und so in Damaskus wenigstens 60 Familien zu versorgen, die Stromversorgung hatten (wenn diese denn mal funktionierte).

So konnten wir, neben anderen „Winterisierungs-Projekten“ in diesem Winter (wie beispielsweise die Verteilung von Kleidung, Schuhen und selbst hergestellten Decken) für ein wenig Wärme sorgen – heute noch erinnern wir uns an die Freude der Familien, die froh waren der Kälte etwas entgegen stellen zu können.